Thursday, 14 March 2019

Gedanken zum ... Pi Day | Irrationalität in Zahlen gegossen, die Ästhetik der Mathematik und interstellare Poesie.



Heute ist ein besonderer Tag. Es ist der Tag, der gänzlich der Zahl Pi gewidmet ist. Vielen von euch wird die Zahl als π oder Kreiszahl in Erinnerung bleiben - ist sie es doch, mit der man den Umfang und die Fläche eines Kreises berechnen kann - und das Volumen einer Kugel, die man im Ganzen betrachtet, auch als Zusammenführung einer Vielzahl von Kreisen deuten darf. 

Manche von euch haben vielleicht auch das Mathematikum in Gießen besucht, in welchem eine Wandfläche den Nachkommastellen Pi's gewidmet ist - wenngleich auch nur einem Bruchteil. Schließlich wurde am diesjährigen Pi Day die 31.415.926.535.897.te Dezimale bekanntgegeben.

Der Pi Day findet alljährlich am 14.03. statt.

In der Schule habt ihr mit der Zahl 3,14 gerechnet, wenn es um die verschiedenen Arten der Kreisberechnung ging. Weshalb aber wurde der 14.03. als inoffizieller Feiertag der Kreiszahl erkoren? Es ist auf jeden Fall nicht ihr eigentlicher Geburtstag - den leutete der griechische Mathematiker Archimedes vor tausenden von Jahren ein.

Wenn wir uns die amerikanische Schreibweise von Monaten und Tagen ansehen, dann löst sich das Mysterium auf.
In den USA schreibt man zuerst den Monat, dann den Tag und abschließend das Jahr - deshalb galt der 14.03.15 als besonderer Tag für alle Fans der Kreiszahl, da man in der amerikanischen Schreibweise die ersten vier Dezimale vereint finden konnte.


Pi und Pie - eine Koinzidenz?

In Amerika (und allen anderen Ländern der Welt) feiert man den Pi Day mit kreisrunden Kuchen, die oft mit Ausstanzungen in der Form der Kreiszahl und manchmal auch ihren Dezimalen verschönert werden.

Natürlich habe auch ich zu diesem freudigen Anlass wieder einen Kuchen gebacken, den ihr vielleicht auch bereits auf meinem Instagram Account gesehen habt.

Weshalb aber bekommt eine Zahl einen Kuchen gewidmet? Schauen wir uns zusammen die phonetische Schreibweise von Pi im Englischen an. 
Diese lautet:

/paɪ/ 

und ist damit gleichlautend wie die Aussprache des Wortes pie, welcher im Amerikanischen meist einen gedeckten Obstkuchen aus Mürbeteig beschreibt.

Aber damit hören die Zufälle nicht auf! Denn als ich in einem spontanen Einfall die Kurzform der Kreiszahl aufschrieb, und sie mir spiegelverkehrt ansah, war ich schockiert.
Seht selbst:


... Alles nur Zufall?
Ich glaube nicht!


Meine Liebe zu π.

Die Kreiszahl ist bereits seit mehr als 3,14 Jahren meine Lieblingszahl und im Geburtsjahr von Strangeness and Charms habe ich euch bereits über meine Liebe zur selbigen berichtet. Seit dem Jahr 2018 geht sie mir auch sprichwörtlich unter die Haut, denn ich habe sie nah bei meinem Herzen tätowieren lassen. Dort, wo sie hingehört.
Dort, wo sie lebt.

Wenn man mich fragen würde, wieso und wann sie denn zu mir oder in mich kam und mich gänzlich durchströmte, könnte ich es nicht erklären. Nur, dass sie schon lange in mir wohnt und ... mit der Mode und der Musik zu den längsten Lieben meines Lebens zählt.

π fesselt mich mit all ihrer Irrationalität vielleicht auch so sehr, weil ich sie auch ebenso von der Liebe erwarte - oder erhoffe: vollkommen irrsinnig in all ihrem Sein und ihrer Möglichkeit, losgelöst von allen anderen Gesetzmäßigkeiten, doch dabei konstant und nimmer, nimmer endend, kaum zu ermessen und zu erfassen mit diesem, unserem menschlichen Verstand, kaum zu begreifen und doch ... in all ihrer Transzendenz und unwirklichen und unendlichen Schönheit ebenso real, wie es auch diese, unsere Gegenwart sie ist, und ebenso real wie die Luft, die wir atmen.

Ich muss sagen, dass ich eine eventuell nicht von der Mehrheit der Menschen geteilte Ansicht habe: dass die Mathematik für mich ein übervolles Potential an Romantik bietet, und dass sie die Welt nicht nur erklären, sondern auch verklären kann - sehe ich doch Quersummen durch den Raum fliegen, wenn ich an Menschen denke, die mir etwas bedeuten und sehe ich doch in den Zahlen, die uns umgeben einen höheren Sinn und eine tiefere Bedeutung als was für unser menschliches Auge begreifbar ist.

Überall begegne ich ihnen: den Zeichen und Wundern dies es mir begreifbar machen: wie poetisch diese Welt ist - so üppig besäht von mathematischen Wundern und versinnlichter Logik.
Eine Symbiose, die Sinn macht, denn ich sehe mich als eine Frau, die als Realistin durch die Welt geht und ... gleichzeitig losgelöst ist von eben dieser.

Denn Romantik und Realismus schließen sich nicht aus. Schönheit und Logik gehen Hand in Hand und das wird greifbar, wenn wir betrachten, wie die Mathematik Eingang in die Musik findet. wie wir Hört doch nur die wunderschönen, farbig schönen und leidenschaftlichen Präludien eines Johann Sebastian Bachs an - das ist mathematische Magie, die vor allem im BW 999, umgeschrieben für die Gitarre, greifbar wird.


Albert Einstein & Stephen Hawking.

Dass nichts zufällig ist, wie zum Beispiel die Spiegelschrift der ersten zwei Dezimalen von Pi und der Schreibweise des beliebten Desserts, sieht man auch an Albert Einstein und Stephen Hawking. Ersterer wurde am 14.03.1879 geboren, zweiterer starb im letzten Jahr, am 14.03.2018. Beide befassten sich in ihrem Leben intensiv mit der Kreiszahl - kann das wirklich ein Zufall sein?

Nein, sage ich. Es zeigt viel mehr, dass nichts zufällig ist und der gesamte Kosmos miteinander verbunden ist, dass alles mit allem zusammenhängt und ... Sinn hat. Anders, als es beispielsweise die Philosophie des Existentialismus behauptet. Nein, wir sind nicht zufällig in eine Welt ohne Sinn geworfen - danke, Monsieur Sartre.

Dass alles, wirklich alles in sich stimmig und miteinander verwoben ist, dass alles einen Sinn hat, den wir mit unserem menschlichen Verstand vielleicht nie ganz begreifen können ... das beweisen solche Konstellationen für mich.

Es beweist für mich auch, dass all diese Welt, mit all ihrer üppigen Schönheit, den Blumen auf dem Felde, dem weichen Fell einer Katze, dem Regenbogen nach einem Sturm, der Poetik eines Rainer Maria Rilke, der Schönheit eines Klavierkonzertes von Claude Chopin und der Herrlichkeit der Kreidefelsen auf Rügen und dem türkisfarbenen Meer einen Sinn hat.

Soll das alles wirklich dahingewürfelt sein als Zufall biologischer Kausalität? Nein. Für mich beweist die Mathematik, die schönste aller Wissenschaften, und alles was rings um uns herum gedeiht und lebt und blüht, dass wir und der gesamte Kosmos keine Zufallsprodukte sind und damit beweist es für mich auch Gott.

"If we look at our traditional tales, where the action before the final success always occurs three times: the last of the three times is always a little longer because it includes success: life is somehow the famous 0.142592653589793 after three....These stories are a kind of mythical Pi, that we finally 'mathematified', quantified by numbers. That's why the number Pi was and is so important. It explains the inexplicable, life, eternity, infinity, and at the same time the cycle of rebirth." - Marie Cachet

action, aktion, astronomie

Von der Unermesslichkeit des Universums und seiner maßlosen Poetik.

Seit ich mit 15 'Sophies Welt' las, war ich fasziniert von der Astronomie und überhaupt vom Sternenhimmel. Im Buch heißt es im letzten Kapitel, dass man, wann immer man in den Himmel blickt, auch in die Vergangenheit blickt. 

Weil das Licht sich zwar nach menschlichem Ermessen unendlich schnell fortbewegt, aber doch nicht ganz unendlich, mit seinen "nur" 300.000 Kilometern pro Sekunde, die in der Weite des Weltalls nur eine Nichtigkeit darstellen. 

Dieses Licht braucht endlose, für den Menschen nicht begreifbare Jahre, bis es auf die Erde fällt – und der Stern, den man da am Himmel sieht, ist schon längst erloschen ist. Und das Licht, das wir nun sehen, hat vielleicht seine Reise bereits zu einem Zeitpunkt begonnen, bevor noch die Geschichte des ersten Menschen auf dieser Erde begann.

All das, was ich fühlte, als ich über all das sinnierte, kann ich kaum in Worte fassen. 
Nein, ich bin kein Astronom, ich habe die Thematik nicht studiert, aber ich studiere sie in meinem stillen Kämmerlein und ich denke und zerdenke sie und in all ihrer Gänze ist sie so groß, dass mir oft der Kopf schwirrt und ich im Ereignishorizont schwebe und von einer maßlosen Poetik erfüllt werde.

astronomie, dunkel, galaxie

Und so sinnierte ich über die Form des Weltalls und faszinierte mich für die Vorstellung des unendlichen Raumes, und dass es nicht nur eine Unendlichkeit gibt, sondern eine Vielzahl dieser, wie es auch in der Mathematik der Fall ist, wenn man an minus Unendlich und plus Unendlich denkt, und wie man mit Globalverhalten rechnen kann.

Und ich sinnierte über die Parallelität der Universen und wie viele es denn davon gäbe und wie sie aussähen. Und so sinnierte ich, dass es doch kein Zufall sein konnte, dass Pi unendlich viele Nachkommastellen besitzt, und damit nach einem Kommazeichen die ganze Weite der kosmischen Unendlichkeit in sich trägt, und dabei doch immernoch nur einen Platz zwischen den Zahlen 3 und 4 besitzt ... Eine kleine Unendlichkeit - die Unendlichkeit in Form eines Kreises ...

Und so sinnierte ich, ob dieses Universum, in dem wir verweilen, denn auch kreisrund sei, und ob Paralleluniversen sich überlappen und Schnittmengen bilden könnten, und ob dadurch alles möglich würde, was man sich nie wagen würde, zu träumen ...

Und so sinnierte ich über den Quantenschaum im unendlichen Raum. Und wie immer zwei Quanten miteinander verbunden sind, egal wie groß die Entfernung ist. Denn wenn man die eine berührt, dann berührt man gleichzeitig auch die andere, egal ob sie in der Nähe sind oder nicht. Und was der einen widerfährt, das widerfährt auch der anderen.
Und was die eine fühlt, das fühlt auch die andere ...

Und so sinnierte ich über meine Freude über die Quersumme meiner Ringgröße, die zur 8 geworden ist, und damit auch die Quersumme der Kreiszahl und, auf den Boden der Tatsachen gelegt, zur Unendlichkeit wird, und damit auch wieder zu Pi, weil in Pi eine kleine Unendlichkeit begründet liegt.

dunkel, galaxie, galaxis

Und so sinnierte ich, wie sich der Mensch denn als so riesig begreifen kann, wie er es tut, im Angesicht dieser Ewigkeiten, die sich über ihm befinden.

Und so sinnierte ich, wie schön es ist, dass auch die größten Wissenschaftler der Welt Lyriker und Romantiker sind - und an etwas glauben, das an Gott erinnert oder an etwas, das ansatzweise göttlich ist – man denke an Albert Einstein.
Denn Wissenschaft bedeutet gleichzeitig Glaube - Glaube an eine Theorie, die so lange besteht, bis eine neue Theorie gefunden wird ...

atmosphäre, erde, kosmos

Wenn ich euch für die Ästhetik und die Poesie der Mathematik und der Zahl Pi begeistern konnte, und auch für alle, die jetzt bereits Anhänger ästhetischer Numerale sind, seie der YouTube Account numberphile ans Herz gelegt, der sich mit allerlei Wunderwerken des mathematischen Kuriositäten-Kabinetts befasst.


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7 comments:

  1. Wahnsinn, ich wusste gar nicht das es einen extra Tag dafür gibt und der richtig zelebriert wird. Jetzt sehe ich die Zahl irgendwie mit anderen Augen :)
    Liebe Grüße, Mona

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  2. Toller & sehr interessanter Beitrag! :)
    Ich glaube auch, dass es sowas wie Zufälle nicht gibt - dafür ergibt einfach zu vieles einen Sinn (selbst wenn man diesen erst im Nachhinein sehen kann).

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  3. ich finde diesen Beitrag unglaublich schön. Einfach weil Mathe, Zahlen und Co so überhaupt nicht zu meinen Leidenschaften gehören. Und trotzdem hat mich dein Artikel berührt, wahrscheinlich weil du so gut diese Liebe oder Verbundenheit zu einem Zeichen, einem Symbol beschrieben hast- etwas, was ich wiederum sehr gut nachvollziehen kann! :)

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

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  4. Wow, dass es zu Pi sogar einen Tag gibt, wusste ich gar nicht. Generell finde ich es irgendwie faszinierend, wie viele Menschen es doch gibt, die sich mit Pi beschäftigen, einfach, weil es überhaupt nicht zu dem gehört, was ich gerne mache :D. Letztens erst habe ich gelesen, dass eine Frau 11.000 Nachkommastellen von Pi aufsagen kann. Und ich bin froh, wenn ich mir die wichtigsten Handynummern merken kann. :D
    Liebste Grüße,
    Caro

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  5. Wow ein wundervoller Post!
    Super schön geschrieben :)
    Liebst, Sarah

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