Saturday, 1 June 2019

Kapitel 6 | Das Leben ist eine Reise. | Pinkfarbenes Minikleid von Superdry, Denim Shorts, Cat Eye Brille & camelfarbener Backpack im Maisfeld.



"Ich und mein Leben, die immer wiederkehrenden Fragen, der endlose Zug der Ungläubigen, die Städte voller Narren. Wozu bin ich? Wozu nutzt dieses Leben? Die Antwort: Damit du hier bist. Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weitergeht und du deinen Vers dazu beitragen kannst."
- Walt Whitman

Das Leben ist eine Reise. Sie wird die längste deines Lebens sein.

Und wie auf jeder Reise, ist nicht das Ziel von absoluter Wichtigkeit, sondern der Weg dorthin.
Die Erfahrungen, die du auf deinem Weg sammelst.
Die Phasen, durch die du gehst.
Die Etappen, die du meisterst.
Die Hürden und Hindernisse, die du überwindest.
Die Menschen, denen du auf deinem Weg begegnest.
Manche gehen, manche bleiben. Manche gar ein Leben lang ...

Dieser Post wird mein bislang persönlichster sein. Ich habe auf meinem Weg viele Erfahrungen gesammelt, bin durch viele Phasen gegangen, meisterte Etappen, überwand Hürden und Hindernisse - von denen es reichlich gab.
Ich begegnete einer Vielzahl an Menschen. Manche taten mir gut, manche nicht. Ebenso, wie ich manchen gut tat, und manchen nicht.
Ich bin froh und dankbar für jeden einzelnen von ihnen.
Auch, oder gerade weil diese Dankbarkeit hart erkauft wurde.





Mein persönlicher Weg war nicht einfach.

Schon in jungen Jahren war ich mit der Scheidung meiner Eltern konfrontiert. Mit meiner beginnenden Depression, Menschen, die mein Vertrauen und meinen dennoch fast unerschütterlichen Glauben an das Gute und an Gott zerstören wollten. Mit Sexismus, Fremdenhass und Mobbing. Mit schweren Krankheiten und zu vielen Besuchen und Aufenthalten im Krankenhaus. Mit Unfällen und dem Tod geliebter Menschen. Mit verheerenden Diagnosen und chronischen Krankheiten. Mit Panikattacken und einer Müdigkeit, dieses Leben weiterleben zu wollen.

Es gab in meinem Leben einige Menschen, die versucht haben, mich zu zerstören. Auf seelische und auf körperliche Art.
Noch vor ein paar Jahren war ich voll von Gram und schwarzer Galle.
Und die einzige Frage, die ich mir lange stellen konnte, war diese:



"Weshalb passiert mir das alles? Womit habe ich das verdient?"

Ich habe mich in meine Depression geflüchtet. Alles und jeden verteufelt. Mich hermetisch zurückgezogen. Und dann ... kam die Wendung.
Ich verließ meinen damaligen Verlobten. Ich beendete das Studium und entschied mich dazu, dass ich nicht mehr Opfer sein will. Opfer der anderen, Opfer meiner Selbst.
Ich begann, radikal in meinem Leben auszumisten.
Und dann hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Ich beschloss, in die Regression zu gehen (Tiefenhypnose, zur Bewältigung tiefliegender seelischer Traumata). Eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Es war, als wären mir die Augen geöffnet worden.
Ich ging in die Selbstreflektion.
Ich zog um - erst in meine eigene Wohnung, dann raus aus meiner alten Heimatstadt.
Mittlerweile habe ich das Verzeihen gelernt. Ich habe Menschen verziehen, die mir großen Schaden zugefügt haben. Menschen, die versucht haben, mich zu zerstören. Menschen, die mich belächelt und gemobbt haben.

"No one can make you feel inferior without your consent."
Das sagte Eleanor Roosevelt. Und sie hat recht.


Wer sich nicht zum Opfer stilisieren lässt, ist auch kein Opfer.

Und damit hat man ein unglaubliches Potential an Kraft entdeckt. Kraft, die im eigenen Selbst vorhanden ist - die immer schon vorhanden war.

Alle Widrigkeiten sind Möglichkeiten, zu lernen. Sie sind Prüfungen, aus denen du stärker, mutiger und stolzer erwachsen kannst - wenn du es zulässt.



Niemand von uns kann immer stark sein.

Noch immer leide ich von Zeit zu Zeit unter depressiven Verstimmungen - vor allem in der kühlen Jahreszeit. Noch immer erleide ich in manchen Situationen Panikattacken. Werde geplagt von Schwermut.
Aber das ist okay. Das ist menschlich. Niemand von uns kann immer stark sein. Wichtig ist, dass man sich das vor Augen führt.
Ich habe mir lange Zeit eingeredet, dass Schwäche ein Fehler ist. Dass es ein Zeichen dafür ist, dass man für die Reise, die das Leben ist, nicht gemacht ist. Doch das ist ein Fehler.
Schwach sein ist menschlich. Irren ist menschlich.
Wer von dir erwartet, dass du immer funktionierst, ist nicht gut für dich und hat dich nicht verdient. Denn er hat das Konzept des Menschlichen nicht verstanden.
Der Mensch ist keine Maschine und somit fehlbar. Er ist nicht dazu in der Lage, immer voll funktionsfähig zu sein.
Und manchmal leidet man unter der imaginären Last der Vergangenheit. Auch das ist okay. Aber ich sage bewusst "imaginär", denn im Grunde existiert sie nicht. Zeit, die gelebt wurde, ist vergangen. Man bekommt sie nicht wieder. Und gerade das ist gut.
Was zählt, ist die Gegenwart.
Dennoch können die Dinge, die einem in seinem Leben widerfahren sind, belastend sein. Und dann kommen sie zurück, in der Form von Emotionen. Aber alles, was kommt, geht auch wieder.
Alles vergeht.
Sogar der Schmerz.
Sogar die Angst.



Die Fähigkeit, zu fühlen und zu lieben macht uns menschlich.

Humanität. Mitgefühl. Der Glaube an das Gute.
Ein optimistischer Geist ist ein Geist, der um das Schlechte weiß, aber sich dem Guten verpflichtet fühlt.
Ein optimistischer Geist ist ein liebender Geist.

Die Menschen, die nicht lieben können, die anderen Schaden zufügen wollen, tun mir leid. Denn ihnen fehlt das Wissen um die Essenz des Lebens, die wir in der Liebe finden können.
Deshalb tun mir auch all diejenigen Menschen, die mir, in welcher Weise auch immer, Schaden zugefügt haben, leid.



Verzeihen zu können ist eine unschätzbare Kraft.

Ich verzeihe ihnen, da sie das Leben nicht in vollkommener Schönheit betrachten können.
Denn in vollkommener Schönheit betrachten kann man das Leben nur, wenn man liebt.
Sich selbst, den Freund, die Freundin, die Mutter, den Vater, den Bruder. Die Familie. Die selbstgewählte und diese, in welche man hineingeboren wurde. Die Welt, in die man hineingeboren wurde und die Menschen, die in ihr wohnen.

Im Verzeihen liegt die Kraft, das eigene Leben zum besseren zu wandeln. Und so reise ich weiter und gehe meinen Weg. Mit den Menschen, die mir am Herzen liegen, die ich liebe, die ich schätze, die wertvoll sind und warm und wunderbar - damit wir, auf allen unseren Wegen, die Welt zu einem besseren Ort machen können.

Denn der Weg ist das Ziel.






Minikleid: Superdry (ähnlich hier) | Denim Shorts: Grain de Malice (ähnlich hier) | Boots: Graceland (ähnlich hier) | Leder Backpack: Vintage (ähnlich hier) | Cat Eye Brille: Versace (ähnlich hier) | Ohrringe: Chanel (ähnlich hier) | Armreif: Zaful (ähnlich hier)


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10 comments:

  1. Love this cute look
    www.stylebasket.in

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  2. Ein toller Beitrag. Ich kenne es nur zu gut.
    Habe selbst schon sehr viel erlebt in meinem bisherigen Leben.
    So vieles was mich geprägt hat und zudem Menschen gemacht hat, der ich bin.
    So oft habe ich mich gefragt warum? Warum ich? ...
    Habe mich ebenfalls in meine Depression geflüchtet. War blind...
    Jetzt sehe ich das alles etwas anders.
    Klar, habe ich immer noch schlechte Phasen. Doch ich gehe im großen und ganzen nun anders damit um.
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

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  3. Sehr schön geschrieben! Das Leben und die Erfahrungen prägen einen unheimlich, ich habe da auch schon einiges durchgemacht. Man darf sich auf jeden Fall nicht verkriechen, auch wenn es manchmal gar nicht so einfach ist.

    Liebe Grüße
    Sybille von Billchen's Beauty Box

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  4. Hossa,
    das ist wirklich ein emotional geschriebener Beitrag!
    Ich denke, dass der Sport einem auf den richtigen Weg zurueck holt.

    LG, Alexandra.

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  5. Ich kenne das auch nur zu gut ... mein Leben ist auch seit der Kindheit durch Verluste und schmerzvolle Ereignisse geprägt. Da fragt man sich unweigerlich "warum ich" ... aber genau diese Erlebnisse machen uns zu den Menschen die wir sind :-)!

    Alles Gute für dich!
    lg
    Verena von www.avaganza.com

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  6. Du bist so eine starke Frau! Danke für deine offenen Worte! "Der Weg ist das Ziel", das sagt mein Mann auch immer. Nicht zurückblicken, sondern immer nach vorne und das Beste daraus machen. Ganz liebe Grüße und alles Liebe Marie

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  7. Was für ein tolle Foto Location - ich mag auch das Kleid wirklich gerne!

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  8. "Warum ich?" hat sich bestimmt jeder schon mal gefragt. Ein toller, ehrlicher Artikel. Vielen dank dafür.

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  9. Ein wirklich emotionaler Beitrag. Ich freue mich für dich, dass du einen Weg gefunden hast, der dann letztlich auch das Ziel ist.
    Viele Grüße und alles Gute
    Salvia von Liebstöckelschuh

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  10. Hallöchen,
    ich finde deinen Beitrag echt super und dein Outfit richtig süß. Das Kleid ist absolut ein Hingucker und steht dir hervorragend!

    Schönen Sonntag!

    Liebst Linni
    www.linnisleben.de

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Danke, dass du deine Gedanken teilst.